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VCO Damen

 

VCO-Damen I feiern 3:2-Wendesieg in Braunschweig – „Wir haben unheimlich gekämpft“

Braunschweig. Schöner hätte das Jahr für die Regionalliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück kaum enden können. Wenn ein Trainer das Megaphon in die Hand nimmt und nach einem Spiel die Humba anstimmt, dann muss schon was Besonderes geschehen sein. „Gib mir ein H, gib mir ein U ….. und das geht Humba, Humba, Humba Tätärä!“, Gunnar Kraus war wie seine Spielerinnen und der kleine VCO-Anhang in der Braunschweiger Tunica-Halle völlig losgelöst. Dank einer großartigen Moral hatten Kraus` Damen einen 1:2-Rückstand umgedreht und beim formstarken USC Braunschweig- Volleyball Team-1. Damen nach 2:11 Stunden und der Abwehr von zwei Matchbällen noch mit 3:2 (25:18, 23:25, 19:25, 25:15, 17:15) gewonnen. Hinsetzen und anschnallen, was für eine Dramatik.


SATZ 1 KLARE SACHE FÜR OSNABRÜCK
Ohne Christina Schwarz und nur eingeschränkt mit der angeschlagenen Jana Kruska startete das VCO-Team richtig gut in die Partie. Gute Angaben von Rebecca Siefke, Franziska Detmer und Rieke Voigt setzten den USC gehörig unter Druck. Die Gastgeberinnen, die die letzten fünf Spiele gewonnen hatten, schienen beeindruckt und fanden nicht zu einem flüssigen Volleyballspiel. Einen 13:7-Vorsprung konnten die Osnabrückerinnen bis zum 25:18 Satzende transportieren. Detmer war es immer wieder, die über die Position 4 Schmetterbälle versenkte. Inga Kaschade setzte den letzten Punkt per Heber.

SATZ 2 UND 3 GEHEN AN BRAUNSCHWEIG
Anfangs der zweiten Durchgangs sah es für den VCO beim 5:1 nach einer glatten Partie aus, doch dann fingen die Gastgeberinnen an zu kämpfen. Die Aufschläge wurden jetzt immer schärfer, Libera Jessica Kosiol organisierte die USC-Feldabwehr. Und Tea Onkes, Sophie Bente, Tabea Nordmann sowie Linkshänderin Lisa Sophie Horsemann stellten die VCO-Damen nun vor immer mehr unlösbare Probleme. Beim 12:11 ging Braunschweig erstmals in Führung. Danach blieb es bis zum 23:23 eng, ehe Onkes über außen für den USC die entscheidenden zwei Punkte zum 25:23 besorgte.
Nun waren die Gastgeberinnen obenauf und schienen den Spitzenreiter aus Osnabrück geknackt zu haben. Viele Konzentrationsfehler auf VCO-Seite sorgten dafür, dass Braunschweig deutlich mit 13:4 davonzog. Aufschlagserien von Merit Dresing, Franzi Detmer und Rieke Voigt brachten Osnabrück zwar noch einmal zum 18:18-Ausgleich heran, die Aufholjagd hatte jedoch „Körner gekostet“. So gewann Braunschweig Satz 3 mit 25:19.

SATZ 4 FRÜH FÜR VCO ENTSCHIEDEN
Aber nun waren es die Spielerinnen des Spitzenreiters, die sich mit einer Niederlage nicht abfinden wollten. Rieke Voigt setzte zu einer grandiosen Aufschlagserie zu einer 9:0-Führung an, von der sich Braunschweig nicht mehr erholte. Merit Dresing übernahm die ungewohnte Diagonalposition von Rebecca Siefke und sorgte dort für mächtig Druck, Jolina Tönsing, Leihgabe aus der 3. VCO-Damen, punktete über die Mitte oder mit dem Block. Und Inga Kaschade und Franzi Detmer waren wieder „on fire“, weil Linda Dieckmann das VCO-Spiel mit List und klaren Zuspielen entschlossen lenkte. Am Ende hieß es 25:15 – Satzausgleich.

SATZ 5, MEHR SPANNUNG GEHT NICHT
Der Tiebreak bot zum Abschluss Hochspannung total. Beide Teams kämpften verbissen um den Sieg. Osnabrück besaß lange Zeit die besseren Karten, doch die Gastgeberinnen ließen nicht locker und zogen ständig nach. 2:0, 2:2, 4:2, 4:4, 9:7, 9:9! Als Inga Kaschade zum 12:9 per Hinterfeldangriff für den VCO punktete, war eine kleine Vorentscheidung gefallen. Doch wieder konterte der USC zum 13:13 und besorgte sich anschließend sogar den ersten Matchball. Den wehrte der VCO etwas glücklich ab. Weil Franzi Detmer anschließend einen Angriffsschlag ins Aus zog, gab es für Braunschweig Matchball Nummer zwei. Den wehrte Rieke Voigt nach mutigem Dieckmann-Zuspiel und Einbeiner erneut ab – 15:15 Ausgleich.
Beide Fanlager hatten sich auf der Tribüne über die gesamte Spielzeit ein lautstarkes Duell geliefert und verwandelten die Tunica-Halle zu diesem Augenblick in einen Hexenkessel. „U-S-C“ hier - „Schub V-C-O“ da!
Und dann kamen die 60 Sekunden der Linda Dieckmann: Zunächst ein Monsterblock und direkt danach der Geistesblitz mit einem gepritschten Diagonalball hinter das Netz. 17:15 - Feierabend und grenzenloser Jubel beim VC Osnabrück.

DIECKMANN: ICH HABE IMMER AN UNS GEGLAUBT
Nach der Partie traf schnell die Nachricht von der neuerlichen 1:3-Niederlage des ärgsten Verfolgers Tuspo Weende bei Union Lohne ein, sodass der Vorsprung des VCO an der Tabellenspitze auf aktuell zwölf Punkte angewachsen ist. Zwar kann die Konkurrenz nächste Woche noch einmal an den spielfreien Spitzenreiter heranrücken, bei mindestens neun Punkten Abstand auf den Rest vor den letzten sieben Saisonspielen darf Weihnachten aber gewiss kommen.
„Erst hat sich das heute unsicher angefühlt, Chris hat gefehlt, Jana war angeschlagen. Aber wir haben unglaublich gekämpft“, waren nach der nervenaufreibenden Partie bei Matchwinnerin Linda Dieckmann die Glücksgefühle ins Gesicht geschrieben. „Die Stimmung und Gesänge haben unheimlich motiviert. Ich habe immer an uns geglaubt, dass wir das noch schaffen. Das war wieder eine super Teamleistung von uns. Bei dem Vorsprung, den wir jetzt haben, können wir uns in den restlichen Spielen nur noch selber schlagen“, so Dieckmann. Inga Kaschade war ebenfalls überglücklich. „Das war totaler Teamgeist. Im dritten Satz lief es bei mir nicht so gut. Aber dann habe ich mich auf die Annahme konzentriert, auf das was ich kann. Und danach lief es im vierten und fünften Satz auch wieder besser und ich konnte der Mannschaft helfen. Wir haben uns alle gegenseitig gepusht, deshalb haben wir gewonnen.“
VCO-Trainer Gunnar Kraus analysierte nüchtern. „Was hat den Ausschlag gegeben? Wir haben Eier gehabt. Das Zuspiel von Lena und Linda und die Annahme von Julia waren am Anfang nicht gut und hat es allen anderen schwer gemacht. Alle haben das anschließend jedoch, das muss man loben, kompensiert.
Linda hatte so viele gute Ideen, die nicht geklappt haben. Am Ende hatte sie die Megaidee. Im Tiebreak ist dann etwas Glück dabei.“ Kurioserweise bemühte sein Gegenüber, USC-Trainer Matthias Keller, die gleiche Redewendung wie Kraus. „Wir haben keine Eier gehabt, wenn man beim entscheidenden Ball nicht genug will und nur zuguckt. Das kann nicht sein, da muss es krachen. Heute war es einfach, Osnabrück zu schlagen, wir müssen 3:1 gewinnen. Aber im vierten Satz waren wir zu überheblich, deshalb ärgere ich mich auch so.“

NÄCHSTES SPIEL ERST IM NEUEN JAHR
Am kommenden Wochenende hat der VCO im Gegensatz zur Konkurrenz spielfrei. Die vorgezogene Partie gegen den SC Langenhagen hatte der Regionalliga-Tabellenführer mit 3:0 bereits gewonnen. Das nächste Spiel findet erst im neuen Jahr statt. Dann geht es am Samstag, 18. Januar, zum Tabellenzweiten Tuspo Weende.